In diesem Abschnitt wollen wir ein wenig auf die Bands des Festivals eingehen. Konkret haben alle Bands in der Vergangenheit bereits Auftritte mit Grauzone-, bis zu rechten Bands hingelegt oder in rechten Läden Konzerte gehabt.
Dazu kommen in den Texten zahlreiche nationalistische, sexistische und Gewaltverherrlichende Passagen. Zur Übersichtlichkeit beziehen wir uns deswegen hier erst mal nur auf ein paar Bands und Punkte.

Krawallbrüder

sind wohl eine der bekanntesten klar rechten Bands auf dem Festival. Offen pflegt die Bands Kontakte zu Nazis und verbrachte auch schon ihren Urlaub mit einer ganzen Reihe von Nazis. Zwar grenzt sich die Band hierbei immer wieder von Politik ab, jedoch scheint dies sich wohl eher auf Links zu beziehen.
So unternahm die Band auch nichts, als auf einem Konzert von Besucher*innen lautstark „ein Baum ein Strick, ein Antifagenick“ gerufen wurde. Besucher*innen aus der rechten Szene sind bei den Krawallbrüdern stets willkommen und anzutreffen, auch wenn sie zumindest keine expliziten Nazishirts tragen (dürfen).
Erwähnenswert ist zudem die SS-Totenschädeltätowierung des Sängers vor einem eisernen Kreuz, welche die Band als Statement gegen Rechts verstanden wissen will (?!). Was angesichts der oben genannten Ereignisse jedoch wohl kaum an Lächerlichkeit zu überbieten ist.

Diese Symbiose der Band mit der rechten Szene auch außerhalb der privaten Kontakte zeigt sich u.a. auch in ihrem Auftritt im „Skinhouse Menfis“, wo die Band sich eine Bühne teilte mit Nazibands wie Endstufe, Faustrecht und Short Cropped.
Zudem betreiben sie die „KB-Records“ auf welchen sie u.a. Bands wie die Rabauken“, „Bierpatrioten“, „Condemned 84“ und „Bakers Dozen“ verkaufen und verteidigen. Bei letzterer Band sogar noch, nachdem diese mit „Koma-Etiliko“ einer expliziten Naziband auftraten.

Wiens No. 1

ist eine klassische Hooliganband und kann als Paneel zur deutschen Rechtsrockband „Kategorie C“ gesehen werden. Etwas softer und weniger offen rechts, jedoch mit dem gleichen Zielpublikum. Gewaltbereite Männer mit einem Fetisch für den Nationalsozialismus.

Offen verbringt der Sänger und Frontmann Stefan Putnik seine Freizeit mit den Nazihooligans „Unsterblich“ von Austria Wien, welche in der Vergangenheit immer wieder durch NS-Vergleiche und Gewalttätigkeiten aufgefallen sind. Im Zuge dieses Engagements nahm Putnik auch an der Beerdigung des bekannten Nazis Uwe Baar teil, bei welcher es zu zahlreichen Hitlergrüßen kam.

Berserker

ist eine Grauzoneband aus Berlin. In ihren Texten verharmlosen sie schon mal den Holocaust oder rufen zur Lynchjustiz auf, wie z.B. im Lied „Der Führer der mich führt“.

„Uns’re Geschichte zu verleugnen hat keinen Sinn, die Wurzeln Goethes und noch mehr sind tief in uns drin. Die Geschichte uns’res Volkes wollt ihr uns nehm‘, wegen ei’m verrückten Mann für den ihr euch selber schämt.“

Diese Texte führten dazu, dass die staatlichen Behörden u.a. Hertha BSC zu einer Absage des Konzerts rieten, da in den Texten „Gewaltverherrlichung, rechte Tendenzen und der Aufruf zu Selbst- und Lynchjustiz wiederzufinden sei“.

Frei.Wild

ist wohl die populärste rechte Band der 10er Jahre in der BRD. Nach Nazivergangenheit, eigenen Hitlergrüßen dockt die Band heute politisch problemlos an das politische Weltbild der AfD oder der Identitären Bewegung an.
Der Bayrische Rundfunk drückte dies schön damit aus, dass sie die „Pop-Variante der neurechten Ideologie des Ethnopluralismus“ seien. Statt Blut & Boden geht es heute um das „Gebot der ethnischen Reinheit, die es zu verteidigen gelte gegen das gefährlich Fremde“.

Und trotz ihrer zeremoniösen „Nazis-raus“-Rufe bleiben die dankbaren Stimmen aus der Naziszene, „dass Frei.Wild das genau richtig macht – eine rechte Einstellung in der Öffentlichkeit zeigen, bedeutet unterzugehen, die unpolitische Schiene zu benutzen bedeutet, eine große Masse ansprechen zu können.“ und „Das finde ich sehr hilfreich (im nationalen Sinne), denn damit erreichen sie gut ,normale‘ Leute, welche dadurch schneller ihre Vorbehalte gegenüber Patriotismus und Nationalstolz verlieren.“ (aus dem abgeschalteten Naziforum Thiazi).

Oder wie der Musikwissenschaftler Thorsten Hindrichs festhält:
„Sie arbeiten mit Themen und Sujets, die für extreme Rechte anschlussfähig und zustimmungsfähig sind. Sie sind nicht rechtsradikal, sie sind nicht Grauzone – sie sind rechtspopulistisch.“

Also ja. Frei.Wild ist eine rechte Band und im Zweifelstfall genauso „unpolitisch“ wie z.B. die AfD, PEGIDA oder die Identitäre „Bewegung“.