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Antisemitismus, Verschwörungsideologie und Grauzone

Die Band BRDigung bedient sich, wie der Name schon andeutet rechten Verschwörungsideologien, welche antisemitisch sind und auch in der „neuen Rechten“ sich einer gewissen Popularität erfreuen.

 

„Aber es gibt keine Antisemiten mehr.“ [1]

„Weil Antisemitismus durch die Schoa irgendwie diskreditiert wurde, muss er sich verstecken. Gegen alle geht es, nur nie gegen Juden. »Antisemit« ist der schlimmste Vorwurf – aus dieser Ecke kommt niemand raus.“ [2]

Neben den antisemitischen Anspielungen, welche wir in Bezug auf Frei.Wild bereits erwähnten, sticht vor allem „BRDigung“ mit Antisemitismus hervor. In den beiden Liedern „NWO 2020“ (new world order) und „Geld regiert die Welt“ zeigt sich: Rock dein Leben fördert Antisemitismus. Im ersten Lied, dessen Titel auf eine angeblich neue Weltordnung verweist, welche „von denen da oben“ heimlich organisiert und geplant wird, wird allein schon durch den Namen des Liedes eine Reihe von rechten Assoziationen aufgerufen. Der Text wird aber so klar, dass diese hier nicht weiter auszuführen sind: „Sie haben Pläne für mich,/ sie haben Pläne für Dich/ und mit jeder neuen Impfung, spritzen sie ihr Gift./ Also kenne deine Feinde, /sie sind näher als man denkt,/ im September haben sie zwei Türme in New York gesprengt.“ Dabei ist es kein Wunder, dass diese Feinde nicht genannt werden, denn es ist allen, die angesprochen werden sollen unmittelbar klar. Es sind die Feinde, die alle kennen, und von denen man weiß, dass ihr Name auszusprechen verboten sei. Und wer es immer noch nicht weiß, dem helfen die folgenden Strophen: „keine Schranken für die Banken,/ freie Völker auf die Knie“. Hier handelt es sich eindeutig um Antisemitismus, die Juden, die mit dem Geld und den Banken identifiziert werden, deren Machenschaften im Geheimen geplant werden. Diese doch so alten Gerüchte über die Juden werden genannt, um den eigenen Antisemitismus und die eigene Judenfeindschaft hinter ihnen zu verstecken. Besonders auffallen sollte dabei der Verweis auf den Mythos der Brunnenvergifter, den es schon im mittelalterlichen Antijudaismus gab („und mit jeder neuen Impfung, spritzen sie ihr Gift“). Im Zusammenhang der NWO-Verschwörungsideologie werden auch regelmäßig die Familie Rothschild, welche für „die reichen Juden“ stehen soll genannt oder zum Teil wird auch in diesem Sumpf komplett offener Antisemitismus betrieben.

„Für die Explosivität des Antisemitismus im Vergleich zu den anderen Vorurteilen sorgte vor allem der von vielen geteilte Glaube, Juden seien als Kollektiv dabei, die Welt zu beherrschen, sie seien eine Bedrohung für die Menschheit“. [3]

„Sie wurzelte nicht in einem politischen, ökonomischen oder militärischen Pragmatismus. Sie gründete auf der puren Fantasie von einer jüdischen Verschwörung, die angeblich die ganze Welt beherrschte“. [4]

 

Im zweiten Lied heißt es: „elitäre Kreise sind zum herrschen geboren […] Geld regiert die Welt!/ Wer regiert das Geld? […] Wie lange fallen wir noch auf sie rein?/ Und schon wieder wächst mein Hass!/ Es bleibt nicht mehr verborgen wie man uns belügt/ Unser Tot ist weiß und wird in Streifen über uns versprüht […] Sie vergiften unser Essen“. Die letzte Zeile ist eine weitere Anspielung auf den genannten Stereotyp der Brunnenvergifter, unter dessen Vorwand übrigens schon im Mittelalter viele Juden verfolgt und getötet wurden. Wenn diese „elitären Kreise“ zum herrschen geboren sind (übrigens ein weiteres Muster antisemitischen Denkens), dann bleibt auch nur eine Lösung übrig sich dieser zu entledigen. Damit ist automatisch eine Nähe zum faschistischen Gedankengut hergestellt. Wer das Geld regiert, ist wie bereits erwähnt eine weitere Anspielung. Die weißen Streifen, die um „uns“ zu töten angeblich versprüht werden bezieht sich auf die Verschwörungsidee der Chemtrails.

„Die Ausrottung der Juden musste nicht nur total sein, sondern war sich selbst Zweck – Ausrottung um der Ausrottung willen -, ein Zweck, der absolute Priorität beanspruchte.” [5]

 

Wie man sieht sind allein diese zwei Texte bereits voll mit den bekanntesten und ältesten antisemitischen Behauptungen und eine weitere Analyse, wie zum Beispiel über die Widersprüchlichkeit im Text („sie“ bringen Chaos, „sie“ planen mein leben), bietet weiteres Material. Es ist kaum möglich, alle Bands und erst recht nicht alle Lieder zu untersuchen. Dennoch haben wir einige Bands nun kritisiert, darunter die bekanntesten des Festivals, und mussten feststellen, dass eine rechte Ausrichtung augenfällig ist und die Anschauungen in einigen Liedern geradezu erschreckend sind. Auch bei den kleineren Bands ist davon auszugehen, dass bei einer genaueren Untersuchung ihrer Texte fragwürdige Vorstellungen zutage kommen wurden. Und auch in weiteren Liedern der genannten Bands findet sich fragwürdiges Material. Das gesamte Sammelsurium der Grauzone vereinigt sich vor allem darin, dass sie rechts stehen, ohne öffentlich rechts stehen wollen, zumindest nicht eindeutig. Und vor allem stehen sie zusammen und zueinander und unterstützen sich gegenseitig, womit sie auch als eine Gruppe betrachtet und behandelt werden sollten. Wir haben euch die skandalösen Texte und Bands aufgezeigt, da an ihnen am eindeutigsten ist, wo diese Gruppen stehen und weil hier die Kritik am einfachsten ist. Wir stellen uns aber auch gegen die anderen Bands, die das tolerieren, fördern und möglich machen, indem sie Rechtfertigungen liefern.

 

Eine weitere Schwierigkeit stellt die Männlichkeitsästhetik dar, welche Stärke, Erhabenheit, Sieg, Kraft, Überlegenheit, Unemotionalität, Aggressivität … in Bild und Ton zur Schau stellen soll. Das ist nicht nur aus feministischer und emanzipatorischer Sicht abzulehnen, sondern steht in Teilen auch in der Nähe der faschistischen Ästhetik. Als Beispiel ist der Einfachheit Frei.Wild zu nennen mit dem Lied Wahre Werte. Hierzu ist jedoch noch einiges an Recherche zu leisten, zu empfehlen ist hier folgender Vortrag: https://www.youtube.com

 

Abschließend lässt sich über Rock dein Leben sagen, dass rechtes Gedankengut verbreitet wird, was nicht nur für weit rechtsaußen anschlussfähig ist, sondern auch den Weg dahin ebnet. Keinen Raum für Grauzone, keine Toleranz den rechten Lebenswelten.

 

(Weitere Empfehlung zum Thema Antisemitismus: https://www.youtube.com)

[1] Max Horkheimer – Theodor W. Adorno, Elemente des Antisemitismus, Grenzen der Aufklärung

[2] https://www.juedische-allgemeine.de/politik/es-gibt-keine-antisemiten-mehr/

[3] Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933-1945, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003

[4] David Bankier (Hrsg. im Auftrag der Gedenkstätte Yad Vashem): Fragen zum Holocaust. Interviews mit prominenten Forschern und Denkern: Interviews mit Christopher Browning, Jacques Derrida, Saul Friedländer, Hans Mommsen u.a., Wallstein Verlag, 2006

[5] Moishe Postone: Nationalsozialismus und Antisemitismus. Ein theoretischer Versuch, in: Dan Diner (Hrsg.): Zivilisationsbruch. Denken nach Auschwitz, Frankfurt a.M. 1988

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Radiobeitrag mit gesammelten Kritik

Es gibt ein tolles Interview bei Radio Dreyeckland. Es wird nochmal klar, dass nicht nur ein paar Bands problematisch sind, sondern das gesamte Festival, bei dem rechte Lebenswelten aufgebaut werden. Das Kokettieren mit rechten Gruppen und rechtem Gedankengut zielt ganz klar auf eine neurechten Politik und spielt dieser in die Hände. Ihre Abgrenzungen von ganz weit rechts ist nicht nur unglaubwürdig, sondern sind dabei Teil der Strategie. https://rdl.de/beitrag/rechts-rockt-nicht-proteste-gegen-festival-laichingen

 

PS: Nächsten Samstag um 14 Uhr auf dem Marktplatz Laichingen: http://nichgut.blogsport.eu/2019/05/23/

 

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RECHTS ROCKT NICHT – Nicht in Laichingen, nicht in Winnenden

Mit dem politischen Rechtsruck hat eine musikalische Lebenswelt an Zulauf erfahren. Bands wie Frei.Wild und Unantastbar können mit völkischem und sexistischem Liedgut ganze Hallen füllen und kassieren ordentlich ab. Diese Geldmengen ließen so manche politische Überzeugung vergehen.

So veranstaltet seit 2018 die ProTradeIntegra GmbH (Träger des ehemaligen Punkrockversandes Nix-Gut) das rechtsoffene Festival „Rock dein Leben“ in Laichingen nahe Ulm, wo bisher Bands wie Frei.Wild oder Krawallbrüder auftraten. Die in Winnenden ansässige GmbH ist auch für den bundesweiten Vertrieb von Frei.Wild verantwortlich und betreut auch den KB-Records-Mailorder, welcher noch einschlägigere Bands führt.

In den Texten der Bands finden sich Blut und Boden Ideologie, völkische Weltbilder und sexistische Geschlechterklischees. Offen wird auch sexualisierte Gewalt gegen Frauen besungen oder Bezug auf antisemitische Verschwörungsidiologie genommen. Bei einigen Bands lassen sich auch Verstrickungen in die rechte Szene nachweisen.

Diese Entwicklung ist Teil einer Kultur, welche den Bereich dessen, was sagbar ist („das wird man ja noch sagen dürfen“), immer weiter nach rechts verschiebt. Einer Kultur, welche unterschwellig völkisches und antifeministisches Gedankengut reproduziert und von Neofaschisten Applaus erhält.

Diesen Anknüpfungspunkten rechter Mobilmachung wollen wir eine feministische, internationalistische und solidarische Perspektive entgegen setzen.

Gegen jeden Nationalismus und Antifeminismus!

Den (musikalischen) Rechtsruck stoppen!

 

      Am 20.07. um 14Uhr auf dem Marktplatz in Laichingen

      Am 26.07. um 19Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz in Winnenden

 

Weitere Infos:

Ausführlicher Text über die Hintergründe von „Grauzone“ und dem Festival: http://nichgut.blogsport.eu/2019/06/20/ausfuerungzurgrauzone/

Texte vom letzten Jahr, Flyer: nichgut.blogsport.eu

 

Supported:

Kollektiv.26 – Autonome Gruppe Ulm

ALARM – Antifaschistische Linke [Antiautoritäre] Rems-Murr

Ernst-Bloch-Uni Tübingen

OAT Konstanz

DIE LINKE Ulm / Alb-Donau

Alb Offensive

SJD – Die Falken Ulm

Libertäres Bündnis Ludwigsburg (LB)²

Reclaim Your Streets Rv Rys

ROSA – Reutlingen for organisation, solidarity and actions

Konzertgruppe Strukturell Gemein

Antifa-Referat der Ernst-Bloch-Uni Tübingen

Libertäres Treffen Rems-Murr (libertaerestreffen(öt)riseup.net)

Zusammen gegen Rechts – Rems-Murr

 

 

 

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Protest in Laichingen und Winnenden 2019

Auch dieses Jahr wird es wieder Proteste geben gegen das Festival in Laichingen. Es wird von uns eine Veranstaltung geben in Laichingen und in Winnenden. Weitere Informationen und vor allem ein inhaltlicher Text folgen noch. Bis dahin schaut die alten Texte an und vor allem:

Kommt am 20.07. um 12 Uhr nach Laichingen und am 26.07. um 19 Uhr nach Winnenden!

 

 

Infoveranstaltung „Rock dein Leben“

Am 9.04. um 18 Uhr organisiert das Bündnis gegen rechts Ulm einen Vortrag; Altes Rathaus, Weite Straße 1, 89150 Laichingen

Bereits im vergangenen Jahr haben wir als „Bündnis Ulm gegen rechts“ darauf aufmerksam gemacht, dass einige der Bands, die beim „Rock-dein-Leben“-Festival im Juli in Laichingen auftreten sollen, problematisch sind. Nachdem das Festival dieses Jahr wieder stattfindet, möchten wir erneut zu diesem Thema informieren und haben daher für Dienstag, den 9. April, um 18 Uhr einen Vortrag organisiert, der im Alten Rathaus stattfinden wird.

https://www.facebook.com/events/1827743880665384/

Keine Lust auf rechte Lebenswelten

Am 27.07. soll in Laichingen wieder das Festival „Rock dein Leben“ stattfinden. Für eine erste Information werden wir dazu einen Vortrag mit organisieren (genaueres wird noch bekannt gegeben).

Außerdem werden wir auch dieses Jahr Protest auf die Straße und nach Laichingen bringen!

 

Alle die sich beteiligen wollen melden sich bitte bei der Gruppe ALARM – Antifaschistische Linke [Antiautoritäre] Rems-Murr oder dem Kollektiv.26 – Autonome Gruppe Ulm.

Laichingen – Bunter Protest statt grau-braunen Rock

             

Für den 14.07. hatten wir zu einer Kundgebung in Laichingen gegen das größte Grauzonefestival Deutschlands aufgerufen. Gefolgt auf die ansonsten stille Alb sind uns bis zu 100 Teilnehmer*innen verschiedenster Spektren.

Bei guter Stimmung konnte die deutliche Kritik an dem Festival vermittelt werden und auch der im Vorhinein verteilte Anwohner*innenbrief schien seinen Anklang gefunden zu haben, so waren auch zahlreiche Bürger*innen der umliegenden Gemeinden anwesend.

Nachdem Antifaschist*innen vor der Kundgebung rechte Sticker entfernt hatten (s.u.), begann die Kundgebung gegen 14 Uhr mit Redebeiträgen aus dem Umfeld des Bündniss „Ulm gegen Rechts“, sowie der Antifaschistischen Linken [Antiautoritären] ]Rems-Murr.

Mit der SPD-Abgeordneten Mattheis und der katholischen Seelsorge kamen auch die „bürgerlichen“ Stimmen gegen das Festival zu Wort. Zudem wurde ein offener Brief der Initiative „nichgut“ an den Sportflugverein verlesen. Abgerundet wurde dies durch den Liedermacher Tom (der) Wolf, welcher das Programm etwas auflockerte.


Einen Vorgeschmack auf das Festival-Wochenende lieferten an diesem Samstag einige anwesende Rechte aus dem Umfeld der Identitären Bewegung (IB), sowie merklich alkoholisierte Onkelz- und Krawallbrüderfans.

Kurzzeitig kam es im Rahmen der Kundgebung auch zu Streitigkeiten mit Fans der besagten Bands, was jedoch angesichts der Intention der Kundgebung locker blieb. Zukünftig müssen wir jedoch den Aspekt Selbstschutz auf der Alb etwas mehr betonen. Die IB hatte es sich zudem im Vorfeld zur Aufgabe gemacht rund um die Kundgebung zu stickern, wobei sie sich auffällig vieler AFD-Sticker bediente.

Insgesamt können wir den Tag jedoch als (Teil-)Erfolg verbuchen. Kaum jemand hatte im Vorfeld daran geglaubt, dass es möglich wäre in Laichingen möglich wäre die Bevölkerung anzusprechen und eine gut besuchte Kundgebung abzuhalten.

Zudem wurde klar, dass es durchaus möglich ist die Kritik an rechts offenem Rock einer breiteren Masse zugänglich zu machen und es keine reine „Szeneangelegenheit“ ist. Widerstand kann und muss dort ansetzen, wo das Problem entsteht.

Das rechte Problem auf der Alb und die Inszenierung der extrem Rechten als „Schutztruppen“ des Rock dein Lebens bieten zudem weitere Aktionsmöglichkeiten. Ebenso wie das Festival selbst oder das Unternehmen der Verantwortlichen in Winnenden.

Es geht also weiter.

Rock-dein-Leben? ProTradeIntegra? In die Tonne!

Offener Brief: http://nichgut.blogsport.eu/2018/07/17/offenen-brief-an-den-segelflugverein/

Redebeitrag der ALARM:http://alarm.blogsport.eu/2018/07/15/redebeitrag-laichingen/

 

Offenen Brief an den Segelflugverein

Sehr geehrter Herr Bleher,

wie wir aus der allgemeinen Presse erfahren haben, findet im Zeitraum vom 19. bis zum 21. Juli auf ihrem Flugplatz das Festival „Rock dein Leben“ statt. Wir haben auch erfahren, dass der Bürgermeister bereits in Bezug auf das kommende Ereignis Bedenken geäußert hat. Auch uns als Zusammenschluss verschiedener, politisch engagierter Menschen hat dieses Festival zum genaueren hinschauen angeregt. Auch weil der Veranstalter seinen Firmensitz in unserer näheren Umgebung, in Winnenden hat und Sie (zumindest öffentlich) seiner Argumentation folgen.

Der Inhaber betreibt dort den „Halt-deine-Schnauze“-Laden, sowie den Online-Shop „Nix-Gut“. Zusammen mit den Krawall-Brüder betreibt er zudem den „KB-Mailorder“, auf welchem auch Merchandise und Musik von rechtsoffenen Bands vertreiben wird.

Ganz klar sind wir der Meinung, dass Bands wie Frei.Wild, Berserker Berlin, Krawallbrüder und Konsorten eine Gefahr für ein demokratisches, tolerantes, weltoffenes Zusammenleben darstellen.

Kontakte von einzelnen Bandmitglieder in die rechte Szene, fragwürdige Konzert Auftritte, und Liedtexte die von Aufrufen zur Gewalt bis hin zum Geschichtsrevisionismus gehen. Auch sonst sind die Texte häufig von völkischem und nationalen Denken geprägt.

Hier nur eine kleine Auflistung:
In dem Lied „Der Führer der mich führt“ der Band Berserker Berlin heißt es z.B. „Uns're Geschichte zu verleugnen hat keinen Sinn, die Wurzeln Goethes und noch mehr sind tief in uns drin. Die Geschichte uns'res Volkes wollt ihr uns nehm', wegen ei'm verrückten Mann für den ihr euch selber schämt.“. Unserer Meinung nach wird hier der Nationalsozialismus verharmlost. In dem Song „Das Schwein“ wird zur Lynchjustiz an Kinderschändern aufgerufen.

Bei der Band Frei.Wild haben sie selbst sicher schon einiges recherchiert. Hier aber nochmal zwei Zitate:

Im Lied „Wir reiten in den Untergang“ heißt es: „Und sagst du mal nicht Ja und Amen oder schämst dich nicht für dich, stehst du am Pranger der Gesellschaft und man spuckt Dir ins Gesicht.“ In diesem Kontext steht die Behauptung: „Heute gibt es den Stempel, keinen Stern mehr.“ Die Kritik an jenen, die „mal nicht Ja und Amen“ sagen, mit der Juden-Verfolgung zu vergleichen, stellt eine deutliche Verharmlosung der Nazi-Verbrechen dar.

In einem anderen Song fällt das Zitat: „Sprache, Brauchtum und Glaube sind Werte der Heimat. Ohne sie gehen wir unter, stirbt unser kleines Volk.“ Dieser Aussage dass „unser“ Volk vom Aussterben bedroht sei, bedient sich die Ultra-Rechte nur zu gern.

Dadurch stellen wir uns die Frage, ob Sie Laichingen zu einer Gemeinde machen wollen, welche bundesweit mit einem rechtsoffenem Festival in Verbindung gebracht wird. Oder als eine Gemeinde, welche ein starkes Zeichen gegen Rassismus und Fremdenhass gesetzt hat.

Mit freundlichen Grüßen
Initiative Nich-gut

Bis Morgen

Für morgen steht alles und wir freuen uns auf euch!

Es wird musikalische Beiträge geben, einen Vortrag über Grauzone mit Bezug auf das Festival und Redebeiträge verschiedener Gruppen und Personen. Kommt vorbei, wir freuen uns!

Neue Infos

Am 14. wird es in Ulm eine gemeinsame Abfahrt am Hauptbahnhof geben. Dazu bitte um 12:20 da sein, damit man ggf. gemeinsam Tickets kaufen kann.

Heute wurden in Laichingen 2000 Flyer verteilt, danke an die fleißigen Leute! Zum wurde der bereits bekannte Aufruf verteilt, zum anderen ein Brief an die Anwohner, den wir nun auch hier veröffentlichen:

 

Laichingen ist bunt, wird braun

Liebe Anwohner und Anwohnerinnen,
nach all den Jahren der Ruhe rollt am 19.-21. Juli eine Welle auf Laichingen zu. Eine Welle mit welcher Sie vermutlich nichts direkt zu tun haben, jedoch sicher auch Personen kennen, welche dies möglich gemacht haben.

Mit dem „Rock dein Leben“-Festival findet in Laichingen eines der größten rechtsoffenen Konzerte im Südwesten der jüngeren Vergangenheit statt. Natürlich werden weder Sie, noch wir dieses Festival vorerst verhindern können. Doch es gibt Kritik daran – alles Nazis! Nun ja. Nicht alles Nazis, aber doch sicher nicht nur ein unerheblicher Teil rechts geprägter und auch neonazistischer Menschen.

Klar erwartet Sie an diesem Wochenende ein Haufen gut gelaunter, vermutlich auch betrunkener Jugendlicher, sowie eines der größten Events ihrer jüngeren Stadtgeschichte. Jedoch auch ein für die rechte Szene mehr als relevantes Festival. Hierbei können rechte Inhalte nicht durch ein paar "Nazis raus" -Rufe kaschiert werden. In der Vergangenheit feierten auf einschlägigen Webseiten zahlreiche Nazis die Inhalte der Bands. Nicht weil diese sich als Nazis deklarieren, sondern weil sie Nationalismus propagieren. Und diesen umso zugänglicher machen, umso mehr sie sich von Rechten abgrenzen.

Blut und Ehre, Ruhm und Nation sind zentrale Säulen, um welche sich Texte der angekündigten Bands drehen. Nun mögen sie sich vielleicht schon gefragt haben, ob Frei.Wild rechts ist. Nur ist Frei.Wild nicht die einzige Band die sich einen solchen Vorwurf gefallen lassen muss. Nein. Der Veranstalter aus dem beschaulichen Rems-Murr-Kreis hat gleich die gesamte Palette all dieser Bands auf eine Bühne gebracht. Bands, die in ihrer jüngeren Historie freundschaftliche Kontakte mit Nazis gepflegt haben und bei welchen es immer wieder zu Hitlergrüßen im Publikum kam. Zudem besteht die erhebliche Gefahr, dass Rechte und Neonazis das Festival nutzen, um Jugendliche anzuwerben. Vielleicht mag eine der Bands nicht so rechts sein, allerdings sollte die Ansammlung für sich sprechen.                                                                  

Hierauf möchten wir Sie aufmerksam machen und bitten, aktiv zu werden. Aktiv gegen eines der größten Treffen rechts offener Musikfreunde im beschaulichen Südwesten. Geld sollte keine Rolle dabei spielen, nationalistischen Postionen eine Plattform zu bieten. Jedoch stehen mit dem Segelflugverein Laichingen, der sich erhofft, mit der Veranstaltung des Festivals neue Ausrüstungsgeräte finanzieren zu können und dem örtlichen Orchester, das auf dem Festival auftreten soll, gleich zwei örtliche Vereine direkt hinter dieser Veranstaltung. Geradezu konsequent werden die Augen verschlossen und in eine Abwehrargumentation eingestiegen, welche von den Bands selbst stammen könnte. Und dies in einer Zeit, in welcher Menschen an unseren Grenzen  ertrinken oder in „sichere“ Herkunftsländer wie Afghanistan zurückgeschickt werden und zeitgleich der Polizeistaat eine Renaissance erlebt.

Etwas, was auf diesem Festival für gutgeheißen oder in komplett falsche Erklärungsmuster gesteckt wird. Wir bitten Sie herzlichst, Ihre Stimme zu erheben: Gegen die Argumentation der involvierten Vereine, das Festival und für eine Welt der Herzlichkeit. In diesen grauen Tagen mehr denn je. Entdecken wir unsere menschliche Freundschaft wieder.Gegen nationalistisches Identitätsgehabe und patriotische Partys. Für eine Welt, in der viele Welten Platz haben!

Mit freundschaftlichen Grüßen
Initiative Nich-gut                                                                                                         

Für weitere Informationen besuchen Sie bitte unseren Blog nichgut.blogsport.eu
Treffpunkt unserer Kundgebung: 14.07. um 14 Uhr auf dem Marktplatz in Laichingen