Antisemitismus, Verschwörungsideologie und Grauzone

Die Band BRDigung bedient sich, wie der Name schon andeutet rechten Verschwörungsideologien, welche antisemitisch sind und auch in der „neuen Rechten“ sich einer gewissen Popularität erfreuen.

 

„Aber es gibt keine Antisemiten mehr.“ [1]

„Weil Antisemitismus durch die Schoa irgendwie diskreditiert wurde, muss er sich verstecken. Gegen alle geht es, nur nie gegen Juden. »Antisemit« ist der schlimmste Vorwurf – aus dieser Ecke kommt niemand raus.“ [2]

Neben den antisemitischen Anspielungen, welche wir in Bezug auf Frei.Wild bereits erwähnten, sticht vor allem „BRDigung“ mit Antisemitismus hervor. In den beiden Liedern „NWO 2020“ (new world order) und „Geld regiert die Welt“ zeigt sich: Rock dein Leben fördert Antisemitismus. Im ersten Lied, dessen Titel auf eine angeblich neue Weltordnung verweist, welche „von denen da oben“ heimlich organisiert und geplant wird, wird allein schon durch den Namen des Liedes eine Reihe von rechten Assoziationen aufgerufen. Der Text wird aber so klar, dass diese hier nicht weiter auszuführen sind: „Sie haben Pläne für mich,/ sie haben Pläne für Dich/ und mit jeder neuen Impfung, spritzen sie ihr Gift./ Also kenne deine Feinde, /sie sind näher als man denkt,/ im September haben sie zwei Türme in New York gesprengt.“ Dabei ist es kein Wunder, dass diese Feinde nicht genannt werden, denn es ist allen, die angesprochen werden sollen unmittelbar klar. Es sind die Feinde, die alle kennen, und von denen man weiß, dass ihr Name auszusprechen verboten sei. Und wer es immer noch nicht weiß, dem helfen die folgenden Strophen: „keine Schranken für die Banken,/ freie Völker auf die Knie“. Hier handelt es sich eindeutig um Antisemitismus, die Juden, die mit dem Geld und den Banken identifiziert werden, deren Machenschaften im Geheimen geplant werden. Diese doch so alten Gerüchte über die Juden werden genannt, um den eigenen Antisemitismus und die eigene Judenfeindschaft hinter ihnen zu verstecken. Besonders auffallen sollte dabei der Verweis auf den Mythos der Brunnenvergifter, den es schon im mittelalterlichen Antijudaismus gab („und mit jeder neuen Impfung, spritzen sie ihr Gift“). Im Zusammenhang der NWO-Verschwörungsideologie werden auch regelmäßig die Familie Rothschild, welche für „die reichen Juden“ stehen soll genannt oder zum Teil wird auch in diesem Sumpf komplett offener Antisemitismus betrieben.

„Für die Explosivität des Antisemitismus im Vergleich zu den anderen Vorurteilen sorgte vor allem der von vielen geteilte Glaube, Juden seien als Kollektiv dabei, die Welt zu beherrschen, sie seien eine Bedrohung für die Menschheit“. [3]

„Sie wurzelte nicht in einem politischen, ökonomischen oder militärischen Pragmatismus. Sie gründete auf der puren Fantasie von einer jüdischen Verschwörung, die angeblich die ganze Welt beherrschte“. [4]

 

Im zweiten Lied heißt es: „elitäre Kreise sind zum herrschen geboren […] Geld regiert die Welt!/ Wer regiert das Geld? […] Wie lange fallen wir noch auf sie rein?/ Und schon wieder wächst mein Hass!/ Es bleibt nicht mehr verborgen wie man uns belügt/ Unser Tot ist weiß und wird in Streifen über uns versprüht […] Sie vergiften unser Essen“. Die letzte Zeile ist eine weitere Anspielung auf den genannten Stereotyp der Brunnenvergifter, unter dessen Vorwand übrigens schon im Mittelalter viele Juden verfolgt und getötet wurden. Wenn diese „elitären Kreise“ zum herrschen geboren sind (übrigens ein weiteres Muster antisemitischen Denkens), dann bleibt auch nur eine Lösung übrig sich dieser zu entledigen. Damit ist automatisch eine Nähe zum faschistischen Gedankengut hergestellt. Wer das Geld regiert, ist wie bereits erwähnt eine weitere Anspielung. Die weißen Streifen, die um „uns“ zu töten angeblich versprüht werden bezieht sich auf die Verschwörungsidee der Chemtrails.

„Die Ausrottung der Juden musste nicht nur total sein, sondern war sich selbst Zweck – Ausrottung um der Ausrottung willen -, ein Zweck, der absolute Priorität beanspruchte.” [5]

 

Wie man sieht sind allein diese zwei Texte bereits voll mit den bekanntesten und ältesten antisemitischen Behauptungen und eine weitere Analyse, wie zum Beispiel über die Widersprüchlichkeit im Text („sie“ bringen Chaos, „sie“ planen mein leben), bietet weiteres Material. Es ist kaum möglich, alle Bands und erst recht nicht alle Lieder zu untersuchen. Dennoch haben wir einige Bands nun kritisiert, darunter die bekanntesten des Festivals, und mussten feststellen, dass eine rechte Ausrichtung augenfällig ist und die Anschauungen in einigen Liedern geradezu erschreckend sind. Auch bei den kleineren Bands ist davon auszugehen, dass bei einer genaueren Untersuchung ihrer Texte fragwürdige Vorstellungen zutage kommen wurden. Und auch in weiteren Liedern der genannten Bands findet sich fragwürdiges Material. Das gesamte Sammelsurium der Grauzone vereinigt sich vor allem darin, dass sie rechts stehen, ohne öffentlich rechts stehen wollen, zumindest nicht eindeutig. Und vor allem stehen sie zusammen und zueinander und unterstützen sich gegenseitig, womit sie auch als eine Gruppe betrachtet und behandelt werden sollten. Wir haben euch die skandalösen Texte und Bands aufgezeigt, da an ihnen am eindeutigsten ist, wo diese Gruppen stehen und weil hier die Kritik am einfachsten ist. Wir stellen uns aber auch gegen die anderen Bands, die das tolerieren, fördern und möglich machen, indem sie Rechtfertigungen liefern.

 

Eine weitere Schwierigkeit stellt die Männlichkeitsästhetik dar, welche Stärke, Erhabenheit, Sieg, Kraft, Überlegenheit, Unemotionalität, Aggressivität … in Bild und Ton zur Schau stellen soll. Das ist nicht nur aus feministischer und emanzipatorischer Sicht abzulehnen, sondern steht in Teilen auch in der Nähe der faschistischen Ästhetik. Als Beispiel ist der Einfachheit Frei.Wild zu nennen mit dem Lied Wahre Werte. Hierzu ist jedoch noch einiges an Recherche zu leisten, zu empfehlen ist hier folgender Vortrag: https://www.youtube.com

 

Abschließend lässt sich über Rock dein Leben sagen, dass rechtes Gedankengut verbreitet wird, was nicht nur für weit rechtsaußen anschlussfähig ist, sondern auch den Weg dahin ebnet. Keinen Raum für Grauzone, keine Toleranz den rechten Lebenswelten.

 

(Weitere Empfehlung zum Thema Antisemitismus: https://www.youtube.com)

[1] Max Horkheimer – Theodor W. Adorno, Elemente des Antisemitismus, Grenzen der Aufklärung

[2] https://www.juedische-allgemeine.de/politik/es-gibt-keine-antisemiten-mehr/

[3] Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933-1945, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003

[4] David Bankier (Hrsg. im Auftrag der Gedenkstätte Yad Vashem): Fragen zum Holocaust. Interviews mit prominenten Forschern und Denkern: Interviews mit Christopher Browning, Jacques Derrida, Saul Friedländer, Hans Mommsen u.a., Wallstein Verlag, 2006

[5] Moishe Postone: Nationalsozialismus und Antisemitismus. Ein theoretischer Versuch, in: Dan Diner (Hrsg.): Zivilisationsbruch. Denken nach Auschwitz, Frankfurt a.M. 1988

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Radiobeitrag mit gesammelten Kritik

Es gibt ein tolles Interview bei Radio Dreyeckland. Es wird nochmal klar, dass nicht nur ein paar Bands problematisch sind, sondern das gesamte Festival, bei dem rechte Lebenswelten aufgebaut werden. Das Kokettieren mit rechten Gruppen und rechtem Gedankengut zielt ganz klar auf eine neurechten Politik und spielt dieser in die Hände. Ihre Abgrenzungen von ganz weit rechts ist nicht nur unglaubwürdig, sondern sind dabei Teil der Strategie. https://rdl.de/beitrag/rechts-rockt-nicht-proteste-gegen-festival-laichingen

 

PS: Nächsten Samstag um 14 Uhr auf dem Marktplatz Laichingen: http://nichgut.blogsport.eu/2019/05/23/

 

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RECHTS ROCKT NICHT – Nicht in Laichingen, nicht in Winnenden

Mit dem politischen Rechtsruck hat eine musikalische Lebenswelt an Zulauf erfahren. Bands wie Frei.Wild und Unantastbar können mit völkischem und sexistischem Liedgut ganze Hallen füllen und kassieren ordentlich ab. Diese Geldmengen ließen so manche politische Überzeugung vergehen.

So veranstaltet seit 2018 die ProTradeIntegra GmbH (Träger des ehemaligen Punkrockversandes Nix-Gut) das rechtsoffene Festival „Rock dein Leben“ in Laichingen nahe Ulm, wo bisher Bands wie Frei.Wild oder Krawallbrüder auftraten. Die in Winnenden ansässige GmbH ist auch für den bundesweiten Vertrieb von Frei.Wild verantwortlich und betreut auch den KB-Records-Mailorder, welcher noch einschlägigere Bands führt.

In den Texten der Bands finden sich Blut und Boden Ideologie, völkische Weltbilder und sexistische Geschlechterklischees. Offen wird auch sexualisierte Gewalt gegen Frauen besungen oder Bezug auf antisemitische Verschwörungsidiologie genommen. Bei einigen Bands lassen sich auch Verstrickungen in die rechte Szene nachweisen.

Diese Entwicklung ist Teil einer Kultur, welche den Bereich dessen, was sagbar ist („das wird man ja noch sagen dürfen“), immer weiter nach rechts verschiebt. Einer Kultur, welche unterschwellig völkisches und antifeministisches Gedankengut reproduziert und von Neofaschisten Applaus erhält.

Diesen Anknüpfungspunkten rechter Mobilmachung wollen wir eine feministische, internationalistische und solidarische Perspektive entgegen setzen.

Gegen jeden Nationalismus und Antifeminismus!

Den (musikalischen) Rechtsruck stoppen!

 

      Am 20.07. um 14Uhr auf dem Marktplatz in Laichingen

      Am 26.07. um 19Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz in Winnenden

 

Weitere Infos:

Ausführlicher Text über die Hintergründe von „Grauzone“ und dem Festival: http://nichgut.blogsport.eu/2019/06/20/ausfuerungzurgrauzone/

Texte vom letzten Jahr, Flyer: nichgut.blogsport.eu

 

Supported:

Kollektiv.26 – Autonome Gruppe Ulm

ALARM – Antifaschistische Linke [Antiautoritäre] Rems-Murr

Ernst-Bloch-Uni Tübingen

OAT Konstanz

DIE LINKE Ulm / Alb-Donau

Alb Offensive

SJD – Die Falken Ulm

Libertäres Bündnis Ludwigsburg (LB)²

Reclaim Your Streets Rv Rys

ROSA – Reutlingen for organisation, solidarity and actions

Konzertgruppe Strukturell Gemein

Antifa-Referat der Ernst-Bloch-Uni Tübingen

Libertäres Treffen Rems-Murr (libertaerestreffen(öt)riseup.net)

Zusammen gegen Rechts – Rems-Murr

 

 

 

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Ausführungen zur sogenannten Grauzone

Unsere Ausführungen zur sogenannten Grauzone am Beispiel eines in der Region stattfindenden Festivals: In diesem Jahr findet bereits zum zweiten Mal das „Rock Dein Leben“-Festival in Laichingen statt.

Auch dieses Mal sind wieder Bands auf dem Line-up, welche durchaus problematisch sind. Im Folgenden wollen wir beleuchten, warum das der Fall ist und warum wir der Ansicht sind, dass der Laichinger Segelflugverein diesem Festival nicht den Ort zur Verfügung stellen sollte.

Wir rufen auf zu Protesten:

– Laichingen Marktplatz, 20.07. um 14 Uhr

– Winnenden Bahnhof, 26.07. um 19 Uhr

 

Alles Nazis, oder was?

Wir bezeichnen die Bands definitiv nicht als Nazis, das wäre viel zu einfach und falsch. Klassische Nazis sind in der Regel neben ihrem Gedankengut gut organisiert und gewalttätig.

Das trifft weder auf die Bands noch das Publikum des Festivals zu. Ein offenes Bekenntnis zu rechtsradikalem Gedankengut bleibt aus. Vielmehr findet eine Distanzierung von diesem statt. Dennoch gibt es Inhalte, Aussagen und Vernetzungen, welche in unseren Augen offenzulegen und anzugreifen sind.

Das gesamte Festival ist ein Sammelsurium der sogenannten Grauzone, auch bezeichnet als „rechte Lebenswelten“. Mit der Grauzone sind Schnittstellen zwischen der gesellschaftlich anerkannten Mainstream-Musik und der rechtsextremen Szene gemeint. Die verschiedenen musikalischen Milieus der Grauzonen vertreten rechte Ideologieelemente und haben zum Teil ernstzunehmende ästhetische, historische oder strukturelle Verstrickungen mit extremen Rechten. Damit wird der Eintritt zu dieser Szene durch Musik ermöglicht. Daher muss Kritik bereits dort ansetzen, wo menschenfeindlichen Positionen Zugang gewährt wird und eine Normalisierung völkischer und sexistischer Positionen stattfindet.

Konkret kritisieren wir folgende Punkte:

– Stereotype Rollenbilder und sexistische Geschlechterklischees

– Verstrickungen in das rechtsextreme Milieu einiger Bands

– Völkische Weltbilder (Blut-und-Boden-Ideologie antisemitische Elemente, Bezug zur „Volksgemeinschaft“, …)

– Image und selbst gewählte Opferrolle primär als Aufmerksamkeitsfaktor (= Gewinnsteigerung)

 

Stereotype Rollenbild und sexistische Geschlechterklischees:

In einem Redebeitrag vom letzten Jahr haben wir es so ausgedrückt: „wütende Musik für wütende Männer von wütenden Männern“.

Das stimmt natürlich nicht ganz, immerhin „dürfen“ während des gesamten Festivals sogar insgesamt vier Frauen auf die Bühne.

Aber auch in den Liedtexten ist eine zweidimensionale Darstellung von Frauen üblich und vorherrschend: Entweder sie werden verehrt und als Engel dargestellt. Oder sie werden verachtet, weil sie untreu, falsch und hinterhältig seien. Dass Frauen mehr sind als nur treue oder untreue Partnerinnen kommt in diesen Gedankenwelten nicht vor.

Beispiel gefällig?

Zwei der meist geklickten Lieder des Headliners Frei.Wilds „Weil du mich nur verarscht hast“ (2013) und „Wie ein schützender Engel“ (2015): Im ersten Beispiel wird einer Frau, die fremd gegangen ist, jeglicher grundlegender Respekt abgesprochen. Die frauenverachtenden Strophen lauten „Das kommt davon, dass du mich damals nur verarscht hast / […] Jeden Ansatz an Respekt haben alle an dir verloren“. Im zweiten Lied wird das Normbild der Frau dann wie folgt dargestellt: „Mein größter Halt und mein Segel / Trägst so viele Lasten […] Deine Hand führte mich sicher / Aus jedem finsteren Tal“.¹ Die Frau als Stütze des Mannes, sie sei nur für diesen da, gibt Halt in schweren Zeiten und sorgt vor allem bei emotionalen Schieflagen als Ausgleich. Diese sexistische Darstellung von Frauen lehnen wir strikt ab. Dass Frauen auch eigene Ziele haben, ihre Rolle es eben nicht sein sollte, den Mann zu stützen und seine emotionale Verwahrlosung auszuhalten, wollen wir entgegenhalten.

Weitaus widerlicher und zutiefst menschenverachtend ist die Punkband Zaunpfahl in ihrem Frauenbild. Zwar singen sie Lieder, in welchen sie sich gegen Nazis positionieren, das macht andere Aussagen aber um keinen Deut besser. Neben Liedern wie „Ja wir lieben alle Frauen“, in dem sich beispielsweise die Textpassage „Und starren wir auf euren Busen / Dann wollen wir nur schmusen / Und starren wir auch euren Po / Dann passiert das einfach so“ findet. Dies ist auch kein Einzelfall: auch in „Ob sie will oder nicht“ geht es im Allgemeinen darum, Frauen als reine Objekte zur männlichen Bedürfnisbefriedigung darzustellen. Inhaltlich bestätigt sich, was der Titel vermuten lässt: Sie besingen eine Vergewaltigung und nehmen dabei noch in Anspruch zu sagen, „was jeder denkt“. Selbst wenn es „ironisch“ sei, wie manche behaupten, ist das Lied immer noch verachtenswert. In Anbetracht dessen, dass ein Großteil der Frauen und mit ihnen auch Queers⁵ regelmäßig von Übergriffen betroffen sind, sollte vielmehr dagegen angegangen und das eigene Verhalten reflektiert werden, anstatt als männliche Band frauenverachtende Lieder zu singen.²

 

Verstrickungen in rechtsextremes Milieu:

Nicht nur für die eigenen Texte sind die Bands zu verantworten, sondern auch – in einem gewissem Rahmen – für gemeinsame Auftritte mit anderen Bands und für Verbindungen zu diesen. Denn durch Auftritte mit rechten oder völkischen Bands sorgen sie nicht für eine Diversifizierung und Demokratisierung des Programms, sondern sorgen dafür, dass ihre eigenen Fans auch die Musik der anderen Bands anhören. Sie zeigen damit, dass das Gedankengut der Anderen sie nicht wesentlich stört und sie sich davon nicht distanzieren. Die Gemeinsamkeiten sind also groß genug, um auf der selben Bühne zu spielen. Auch hier ist wieder Zaunpfahl zu nennen. Diese treten gerne mal mit „Booze & Glory“ oder „Toxpack“ auf, welche sich wiederum im Rechtsrock-Millieu RAC (Rock Against Communism) herumtreiben.

Gemeinsame Auftritte mit den Bands „Krawallbrüder“ und „Berserker“ können alle aufweisen, die im letzten Jahr in Laichingen spielten, denn diesen wurde dort bereits eine Bühne geboten. Beide kritisierten wir bereits für einen offenen Aufruf zu Lynchjustiz.

Obligatorisch ist die Vergangenheit von Frei.Wild und Unantastbar zu nennen. Zwar distanzierten sie sich davon, was wir definitiv nicht übersehen und auch ein Wandel in den Texten ist nicht unwesentlich. Trotz des Wandels ist aber keine Abkehr von völkischem Gedankengut zu erkennen wie der nächste Absatz zeigen soll.

Aktuell wurde aufgedeckt, wie einige Konzerte von J.B.Os aktueller Tour in Zusammenarbeit mit rechtsextremen Firmen organisiert werden. Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht klar, ob die Band selbst über das Weltbild ihrer Kooperationspartner*innen informiert war. Unabhängig davon zeigt der Vorfall jedoch eindeutig, wie schnell mit rechtsextremen Strukturen zusammengearbeitet wird und diese somit finanziell unterstützt werden, was gerade Milieu der Grauzone auf Grund mangelnder Distanz wahrscheinlicher ist.⁹

Fan-Kult in der rechten Szene

In einer Sendung des neonazistischen Internet-TV-Kanals FSN-TV wurde im Oktober 2012 über Frei.Wild diskutiert. Moderator Patrick Schröder geriet ins Schwärmen: »Da kann mir keiner was sagen, das ist absolut patriotisch. Es ist nicht 100 Prozent nationaler Widerstand. (…) Aber das erwarten wir nicht. (…) Wir haben aus dieser Band, haben wir also die Möglichkeit, noch in extremeren Maße mehr zu profitieren, als eben durch die Böhsen Onkelz.«

Nachdem die Echo-Nominierung für Frei.Wild 2013 zurückgenommen wurde, veranstaltete die NPD in Berlin eine Solidaritätsmahnwache für die Band. Im Aufruf hieß es: „Offenbar haben die linken Meinungsdiktatoren große Angst vor der überall aufkeimenden rechten Gegenkultur. Vor allem in der Musik betreten immer mehr heimattreue Künstler die Bühne und erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Die Nachfrage scheint also gegeben und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich auch die Bürger vom linken Pöbel nicht mehr diktieren lassen, was sie zu hören und zu mögen haben.“⁶

Auf zahlreichen Neonazi Samplers (Musik CD’s mit Liedern von verschiedenen Gruppen) finden sich Lieder der Band. Zum Beispiel auf dem Nadsat Sampler #1 auf der auch Blood&Hounur Bands vertreten sind oder auf „NS-Sampler – Vol.14“ und „NS-Sampler – Vol.21“. Diese CD’s sind zwar keine offizielle Veröffentlichungen von Labels, zeigen aber wie beliebt die Musik bei Neo-Nazis ist. ⁷

 

Völkische Weltbilder (Blut-und-Boden-Ideologie, antisemitisch Elemente, Bezug zur „Volksgemeinschaft“, …)

Die Band „Leidbild“ fällt mit AfD- ähnlichen Aussagen in „(D)eine Wahrheit“ auf, wenn sie singen: „Diese Zeilen sind für dich mein Freund, erwarte keine Zuneigung […] Du grenzt niemanden aus, bist politisch voll korrekt […] Du kennst dich aus, deine Weisheit dominant / Aufgeklärt, weltoffen und ach so tolerant! […] Machst dich stark für Minderheiten, gehst auf die Straße demonstriern“ und zum Schluss kommt, eine solche Person sei „[…] wortwörtlich asozial!“ „Asozial“ war eine Bezeichnung unter der Nationalsozialist*innen Menschen beispielsweise durch Deportation in Konzentrationslager verfolgten, die von ihrer Norm abwichen. Der Band ist das vermutlich aus mangelndem Geschichtsbewusstsein nicht bekannt. Deutlich jedenfalls ist die Abgrenzung von links, von politischer Korrektheit, vom Starkmachen für Minderheiten und von Weltoffenheit. Was dem entgegengestellt werden soll, bleibt zwar unausgesprochen, dürfte aber klar sein.

Völkisch zeigen sich Frei.Wild: „Da, wo wir leben, da wo wir stehen / Ist unser Erbe, liegt unser Segen / Heimat heißt Volk, Tradition und Sprache“, „Wann hört ihr auf, eure Heimat zu hassen / Wenn ihr euch ihrer schämt, dann könnt ihr sie doch verlassen“. Das erste Zitat ist als Anspielung auf die Blut-und-Boden-Ideologie zu verstehen, das zweite kann durchaus als Abkehr von einer Erinnerungskultur, welche sich der Schuld Deutschlands am Nationalsozialismus bewusst ist, verstanden werden.³

Im Lied „Gutmenschen und Moralapostel“ spielt Frei.Wild auf das antisemitische Stereotyp von angeblich reichen Juden und Jüd*innen an. Vor allem „Geschichte, die noch Kohle bringt“ ist eine Verdrehung der grausamen Ereignisse der Verfolgung jüdischer Menschen, welche nun angeblich nur dafür genutzt werden, um noch Geld zu machen. Das ist zum Beispiel auch eine Aussage, die Leonard Fregin, ehemals Youtuber der Identitären „Bewegung“, von sich gab.

 

Profitorientierte politische Haltung der Veranstaltenden

Wie auch im vergangenen Jahr wird das Festival von der Pro Trage Integra GmbH veranstaltet. Diese hat ihren Sitz in Winnenden, so wirklich lokal verankert ist die Veranstaltung also nicht. Früher hieß die Pro Trade Integra „nixgut“ und vertrieb linke Mechanisie-Artikel und Bands. Vielleicht ist der „Hakenkreuz-Prozess“ manchen noch ein Begriff, in dem das Label für die Produktion von Artikeln verklagt wurde, auf denen Hakenkreuze zu sehen waren – allerdings durchgestrichen oder in den Mülleimer geworfen. „So rechts kann das Ganze ja dann gar nicht sein“, mag jetzt der Gedankengang sein.

Jedoch ist ein Sinneswandel nicht von der Hand zu weisen und begann mit dem Vertrieb von „Frei.Wild“ im Jahr 2009. Ein entscheidender Faktor dabei mag Geld gespielt haben. In der rechtsoffenen Szene lässt sich wohl mehr Geld machen. Linke Bands verabschiedeten sich schnell vom Unternehmen und bewiesen Haltung.

Auch Frei.Wild kann hier gut noch erwähnt werden:

„Doch die Band dreht das Prinzip um. »Frei.Wild« sind spießbürgerlich bis in die Haarspitzen und berauschen die Fans mit blumigen Rebellionsphantasien. Sie vermitteln eine Identität des »anders sein« und schaffen es damit tatsächlich auf Festivals, die unter dem Motto »Die Rebellion geht weiter!« angekündigt sind. »Rebellisch« sind allenfalls die Attitüden, wenn die Band jeder Kritik den »Mittelfinger« entgegen streckt und vorgibt, »aus dem Rahmen der Gesellschaft« zu fallen. Das ist ihr schlichtes Erfolgsrezept, bis ins Detail kopiert von den »Böhsen Onkelz«.“ ⁸

 

Eigendarstellung

Wer sich allein das Plakat mit dem Line-up dieses Jahres anschaut, erkennt sofort die Zeile „R-D-L gegen Rassismus, Faschismus und Intoleranz“. Diese Darstellung erzeugt ein weltoffenes Bild, doch ist Teil einer Strategie. Ihrer Kritik begegnen diese Gruppen mit einer Vielzahl bekannter „Gegenargumente“:

Dramatisierung

Kritik wird verfälscht dargestellt, indem behauptet wird, kritische Menschen würden sie als Nazis bezeichnen. Ein typisches Strohmann-Argument, da dieser Vorwurf tatsächlich sehr selten getätigt wird. So wird ein doppelter Effekt erzielt: zum einen wird die inhaltliche Kritik verunglimpft und zum anderen nimmt die Band eine Opferrolle ein.

„Wir sind unpolitisch“

Immer wieder versuchen sich die Bands als unpolitisch darzustellen. Das hinderte den Leadsänger Philipp Burger von Frei.Wild nicht daran sich 2007 in den Bezirksvorstand der rechtspopulistischen südtiroler Partei „Die Freiheitlichen“ wählen zu lassen und auf Wahlveranstaltungen Konzerte zu spielen.⁴

Distanzierung

Dennoch treffen die Band doch immer wieder indirekt politische Aussagen: sie distanzieren sich von „allem Extremistischen“ oder allgemein von „der Politik“. Dass diese Statements oft nur Lippenbekenntnisse und strategisch sind, kann gut anhand der Reaktion auf die Kritik von Philipp Burger (Frei.Wild) auf seine Verstrickung mit „Die Freiheitliche“-Partei aufgezeigt werden:

„Was die Mitgliedschaft bei den Freiheitlichen betrifft: Ich bin aus der Partei wieder ausgetreten und habe auch das Amt niedergelegt, aber nicht etwa deswegen, weil ich Schuldgefühle habe oder mit dem Parteiprogramm nicht einverstanden wäre, soviel ist sicher, sondern weil ich, vor allem nach der Aussprache mit der Crew, eingesehen habe, dass es etwas zwiespältig ist, Parteimitglied zu sein und gleichzeitig Distanz vor der gesamten Politik zu nehmen, da gebe ich euch recht und habe meine Konsequenzen gezogen.“ Damit zeigt Burger offen, dass es nicht die Inhalte der Partei sind, die ihn zum Austritt bewegt haben. Er bestätigt gerade, weiterhin zu diesen Inhalten zu stehen.

„Wir gegen alle“ oder „Alle gegen uns“

Wie in ihren Texten erkennbar, stellt sich Frei.Wild als eine Art Widerstandsgruppe gegen alle dar. Besonders von Rechts- und Linksextremen sehen sie sich konstant angegriffen. In der Realität gibt es jedoch keine Kritik von Rechtsextremen, sondern höchstens Applaus.

Nebenbei wird Rechtsextremismus und Linksradikalität gleichgesetzt, was deutliche inhaltliche und strukturelle Unterschiede völlig ignoriert.

 

Das sind eins zu eins die Strategien, die sich aktuell durch die gesamte Rechtskonservativen bis zu rechtsradikalen Szene ziehen. Von AfD über Junge Alternative, FPÖ bis hin zu den Identitären. Sie alle nutzen viele dieser strategischen Argumentationsmuster um Kritik zu diffamieren.

 

¹ https://genius.com/Freiwild-weil-du-mich-nur-verarscht-hast-lyrics & https://genius.com/Freiwild-wie-ein-schutzender-engel-lyrics

² http://www.tueinfo.org/cms/node/23971

³ („Wahre Werte“, auf „Gegengift“, 2010), https://genius.com/Freiwild-sudtirol-lyrics, https://genius.com/Freiwild-volkerrecht-lyrics

⁴ http://oireszene.blogsport.de/2009/10/19/freiwild-weiter-immer-weiter

⁵ Personen(gruppen) die sich nicht als heterosexuell oder cisgender – also nicht dem Geschlecht zugehörig, dem sie bei Geburt zugeordnet wurden – begreifen. Dazu gehören zum Beispiel Lesben, Schwule, Trans*, Inter*, Bisexuelle, Asexuelle … Der Begriff Queer fasst im Gegensatz zu der Aufzählung alle Identitäten und vor allem die Nichtidentität. Nichtidentifizierung mit Zweigeschlechtlichkeit und Heteronormativität.

⁶ Seite NPD Berlin, Screenshot unten

⁷ http://oireszene.blogsport.de/2010/11/12/freiwild-und-die-nazivergangenheit/

⁸ https://www.antifainfoblatt.de/artikel/die-band-%c2%bbfreiwild%c2%ab-zwischen-kitsch-und-subkultur

⁹ https://de.indymedia.org/node/33209

 

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Protest in Laichingen und Winnenden 2019

Auch dieses Jahr wird es wieder Proteste geben gegen das Festival in Laichingen. Es wird von uns eine Veranstaltung geben in Laichingen und in Winnenden. Weitere Informationen und vor allem ein inhaltlicher Text folgen noch. Bis dahin schaut die alten Texte an und vor allem:

Kommt am 20.07. um 12 Uhr nach Laichingen und am 26.07. um 19 Uhr nach Winnenden!

 

 

Infoveranstaltung „Rock dein Leben“

Am 9.04. um 18 Uhr organisiert das Bündnis gegen rechts Ulm einen Vortrag; Altes Rathaus, Weite Straße 1, 89150 Laichingen

Bereits im vergangenen Jahr haben wir als „Bündnis Ulm gegen rechts“ darauf aufmerksam gemacht, dass einige der Bands, die beim „Rock-dein-Leben“-Festival im Juli in Laichingen auftreten sollen, problematisch sind. Nachdem das Festival dieses Jahr wieder stattfindet, möchten wir erneut zu diesem Thema informieren und haben daher für Dienstag, den 9. April, um 18 Uhr einen Vortrag organisiert, der im Alten Rathaus stattfinden wird.

https://www.facebook.com/events/1827743880665384/

Keine Lust auf rechte Lebenswelten

Am 27.07. soll in Laichingen wieder das Festival „Rock dein Leben“ stattfinden. Für eine erste Information werden wir dazu einen Vortrag mit organisieren (genaueres wird noch bekannt gegeben).

Außerdem werden wir auch dieses Jahr Protest auf die Straße und nach Laichingen bringen!

 

Alle die sich beteiligen wollen melden sich bitte bei der Gruppe ALARM – Antifaschistische Linke [Antiautoritäre] Rems-Murr oder dem Kollektiv.26 – Autonome Gruppe Ulm.

Laichingen – Bunter Protest statt grau-braunen Rock

             

Für den 14.07. hatten wir zu einer Kundgebung in Laichingen gegen das größte Grauzonefestival Deutschlands aufgerufen. Gefolgt auf die ansonsten stille Alb sind uns bis zu 100 Teilnehmer*innen verschiedenster Spektren.

Bei guter Stimmung konnte die deutliche Kritik an dem Festival vermittelt werden und auch der im Vorhinein verteilte Anwohner*innenbrief schien seinen Anklang gefunden zu haben, so waren auch zahlreiche Bürger*innen der umliegenden Gemeinden anwesend.

Nachdem Antifaschist*innen vor der Kundgebung rechte Sticker entfernt hatten (s.u.), begann die Kundgebung gegen 14 Uhr mit Redebeiträgen aus dem Umfeld des Bündniss „Ulm gegen Rechts“, sowie der Antifaschistischen Linken [Antiautoritären] ]Rems-Murr.

Mit der SPD-Abgeordneten Mattheis und der katholischen Seelsorge kamen auch die „bürgerlichen“ Stimmen gegen das Festival zu Wort. Zudem wurde ein offener Brief der Initiative „nichgut“ an den Sportflugverein verlesen. Abgerundet wurde dies durch den Liedermacher Tom (der) Wolf, welcher das Programm etwas auflockerte.


Einen Vorgeschmack auf das Festival-Wochenende lieferten an diesem Samstag einige anwesende Rechte aus dem Umfeld der Identitären Bewegung (IB), sowie merklich alkoholisierte Onkelz- und Krawallbrüderfans.

Kurzzeitig kam es im Rahmen der Kundgebung auch zu Streitigkeiten mit Fans der besagten Bands, was jedoch angesichts der Intention der Kundgebung locker blieb. Zukünftig müssen wir jedoch den Aspekt Selbstschutz auf der Alb etwas mehr betonen. Die IB hatte es sich zudem im Vorfeld zur Aufgabe gemacht rund um die Kundgebung zu stickern, wobei sie sich auffällig vieler AFD-Sticker bediente.

Insgesamt können wir den Tag jedoch als (Teil-)Erfolg verbuchen. Kaum jemand hatte im Vorfeld daran geglaubt, dass es möglich wäre in Laichingen möglich wäre die Bevölkerung anzusprechen und eine gut besuchte Kundgebung abzuhalten.

Zudem wurde klar, dass es durchaus möglich ist die Kritik an rechts offenem Rock einer breiteren Masse zugänglich zu machen und es keine reine „Szeneangelegenheit“ ist. Widerstand kann und muss dort ansetzen, wo das Problem entsteht.

Das rechte Problem auf der Alb und die Inszenierung der extrem Rechten als „Schutztruppen“ des Rock dein Lebens bieten zudem weitere Aktionsmöglichkeiten. Ebenso wie das Festival selbst oder das Unternehmen der Verantwortlichen in Winnenden.

Es geht also weiter.

Rock-dein-Leben? ProTradeIntegra? In die Tonne!

Offener Brief: http://nichgut.blogsport.eu/2018/07/17/offenen-brief-an-den-segelflugverein/

Redebeitrag der ALARM:http://alarm.blogsport.eu/2018/07/15/redebeitrag-laichingen/

 

Offenen Brief an den Segelflugverein

Sehr geehrter Herr Bleher,

wie wir aus der allgemeinen Presse erfahren haben, findet im Zeitraum vom 19. bis zum 21. Juli auf ihrem Flugplatz das Festival „Rock dein Leben“ statt. Wir haben auch erfahren, dass der Bürgermeister bereits in Bezug auf das kommende Ereignis Bedenken geäußert hat. Auch uns als Zusammenschluss verschiedener, politisch engagierter Menschen hat dieses Festival zum genaueren hinschauen angeregt. Auch weil der Veranstalter seinen Firmensitz in unserer näheren Umgebung, in Winnenden hat und Sie (zumindest öffentlich) seiner Argumentation folgen.

Der Inhaber betreibt dort den „Halt-deine-Schnauze“-Laden, sowie den Online-Shop „Nix-Gut“. Zusammen mit den Krawall-Brüder betreibt er zudem den „KB-Mailorder“, auf welchem auch Merchandise und Musik von rechtsoffenen Bands vertreiben wird.

Ganz klar sind wir der Meinung, dass Bands wie Frei.Wild, Berserker Berlin, Krawallbrüder und Konsorten eine Gefahr für ein demokratisches, tolerantes, weltoffenes Zusammenleben darstellen.

Kontakte von einzelnen Bandmitglieder in die rechte Szene, fragwürdige Konzert Auftritte, und Liedtexte die von Aufrufen zur Gewalt bis hin zum Geschichtsrevisionismus gehen. Auch sonst sind die Texte häufig von völkischem und nationalen Denken geprägt.

Hier nur eine kleine Auflistung:
In dem Lied „Der Führer der mich führt“ der Band Berserker Berlin heißt es z.B. „Uns're Geschichte zu verleugnen hat keinen Sinn, die Wurzeln Goethes und noch mehr sind tief in uns drin. Die Geschichte uns'res Volkes wollt ihr uns nehm', wegen ei'm verrückten Mann für den ihr euch selber schämt.“. Unserer Meinung nach wird hier der Nationalsozialismus verharmlost. In dem Song „Das Schwein“ wird zur Lynchjustiz an Kinderschändern aufgerufen.

Bei der Band Frei.Wild haben sie selbst sicher schon einiges recherchiert. Hier aber nochmal zwei Zitate:

Im Lied „Wir reiten in den Untergang“ heißt es: „Und sagst du mal nicht Ja und Amen oder schämst dich nicht für dich, stehst du am Pranger der Gesellschaft und man spuckt Dir ins Gesicht.“ In diesem Kontext steht die Behauptung: „Heute gibt es den Stempel, keinen Stern mehr.“ Die Kritik an jenen, die „mal nicht Ja und Amen“ sagen, mit der Juden-Verfolgung zu vergleichen, stellt eine deutliche Verharmlosung der Nazi-Verbrechen dar.

In einem anderen Song fällt das Zitat: „Sprache, Brauchtum und Glaube sind Werte der Heimat. Ohne sie gehen wir unter, stirbt unser kleines Volk.“ Dieser Aussage dass „unser“ Volk vom Aussterben bedroht sei, bedient sich die Ultra-Rechte nur zu gern.

Dadurch stellen wir uns die Frage, ob Sie Laichingen zu einer Gemeinde machen wollen, welche bundesweit mit einem rechtsoffenem Festival in Verbindung gebracht wird. Oder als eine Gemeinde, welche ein starkes Zeichen gegen Rassismus und Fremdenhass gesetzt hat.

Mit freundlichen Grüßen
Initiative Nich-gut

Bis Morgen

Für morgen steht alles und wir freuen uns auf euch!

Es wird musikalische Beiträge geben, einen Vortrag über Grauzone mit Bezug auf das Festival und Redebeiträge verschiedener Gruppen und Personen. Kommt vorbei, wir freuen uns!